Gemüse - Vitaminbombe im Winter                

In der kalten Jahreszeit greifen viele KonsumentInnen zu Vitamin- und Mineralstofftabletten, um sich gegen die Angriffe von Grippeviren & Co zu schützen. Noch nie war die Auswahl an Gemüse im Winter vielfältiger als heute, doch angesichts welker Salatblätter und blassroter Glashaustomaten stellt sich vielen die Frage, ob diese Lebensmitteln überhaupt noch liefern, was unser Körper bei niedrigen Temperaturen so dringend braucht. Soll man da nicht eher ins Tiefkühlfach, zu Dosengemüse oder eingelegtem Gemüse greifen?

Die täglichen Portionen Salat und Gemüse sind umso wichtiger, je kälter uns der Winterwind um die Ohren bläst. Sie ersparen nicht nur die teure Vitamin- und Mineralstofftablette, sondern liefern außerdem eine Reihe pflanzlicher Schutzstoffe. Wer die Wahl hat, hat allerdings auch die Qual, denn nicht jedes Gemüse ist gleich gut als Vitaminbombe geeignet. Hier ein kleiner Überblick:

Dosengemüse enthält relativ viel Salz, ist also für alle mit hohem Blutdruck nicht empfehlenswert. Es eignet sich gut als „eiserne Reserve“ in der Vorratshaltung, enthält jedoch deutlich weniger Vitamine als Tiefkühlgemüse.

Tiefgekühltes Gemüse hat den Vorteil, dass es frisch geerntet noch am selben Tag kurz blanchiert und schockgefroren wurde. Bei so rascher Verarbeitung entstehen kaum Verluste an Vitaminen und Mineralstoffen. Auch die Tiefkühllagerung selbst ist vitaminschonend. Aus diesem Grund ist Tiefkühlgemüse bezüglich des Vitamingehalts dem Frischgemüse zum Teil sogar überlegen.

Glashausgemüse (Tomaten und Salat) enthält deutlich weniger Geschmack und Vitamine als sonnengereiftes Sommergemüse frisch vom Feld. Glashausgemüse, das wenig Sonne zu Gesicht bekommt, kann weder geschmacklich noch vom Inhalt her das bieten, was wir uns im Winter von Gemüse erhoffen.

Importiertes Gemüse, das den langen Reiseweg bis in unsere Regale überdauern muss, wird meist unreif geerntet und enthält weniger an wertvollen Vitaminen. Im Regal finden wir zunehmend auch reif geerntete Gemüsesorten, die eingeflogen werden. Sie sind sehr vitaminreich, aber aufgrund des Transportes teuer und umweltbelastend. Eine ausreichende Vitaminversorgung im Winter ist auch ohne sie möglich.

Heimisches Wintergemüse - rote Rüben, Karotten, Sellerie, Kraut, Kohl und Erdäpfel - wurde schon früher als Vitaminbombe im Winter hoch geschätzt. Durch Konservierungsmethoden wie das Einsäuern bleiben wertvolle Vitamine erhalten. Zur vitaminreichen Auswahl zählen Sauerkraut, Essiggurkerl, Perlzwiebel oder eingelegte Paprikaschoten.

Wozu also in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Mit Rohkost aus heimischem Wintergemüse, einer Portion buntem Tiefkühlgemüse und einem Stück frischen Obst (z.B. eingelagerten Winteräpfeln oder Zitrusfrüchten) pro Tag wird jede Vitamintablette überflüssig und wir stecken den Winter mit all seinen Grippeviren locker in die Tasche.

Tipps für Einkauf und Lagerung:

Bevorzugen Sie heimisches Saisongemüse, eingesäuertes Gemüse oder Tiefkühlgemüse.

Loses Tiefkühlgemüse (Erbsen, Karotten, Mais, Mischgemüse) muss beim Schütteln rascheln. Kleben die einzelnen Gemüsestücke aneinander, so ist die Packung zwischendurch zu warm geworden - die Qualität wird dadurch vermindert.

Lagern Sie frisches Gemüse nur kurz und möglichst kühl! Der Verlust an Vitamin C ist bei einem Monat Tiefkühllagerung geringer als bei eintägiger Lagerung im Kühlschrank.Noch größere Verlust entstehen beim Warmhalten einer Gemüsespeise am Herd oder im Backrohr - schon in einer Stunde! Vitamine können also "zerkocht" werden.

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